Donnerstag, August 18, 2005

Kleines Brevier für Emailkontakte.

1. Sätze wie "Easy bleiben" oder "Cool bleiben" niemals benutzen. Auch nicht im täglichen Leben, außer man möchte sich als durch schlechte US-Achtziger-Jahre-Teeniekömodien sozialisiertes Kommunikationsfossil outen.

2. Bei Forderungen bitte ein "Könntet", "Könntest" oder "Könnten" davor setzen, solange es sich nicht um eine hierarische Email in einem Arbeitsverhältnis handelt. Selbst dann gebietet die Höflichkeit, den Kasernenhofton dort zu lassen, wo er hingehört, nämlich in der Kaserne.

3. Jeder Brief endet mit einer allgemeinen Eröffnung und einem Abschluß. So auch Emails. Als Abschlußformel eigenen sich die üblichen, aber auch "beste/ gute/ liebe/ ... Grüße". Nicht eignet sich "Gruß". Diese Formel ist abschätzend und unpersönlich und kann daher ganz entfallen. Alternativ empfiehlt sich "mit der Ihnen gebührenden Hochachtung" oder "ich hasse sie und will, daß sie bald schmerzhaft und langsam sterben", wenn man schon beleidigend unterwegs sein sollte.

4. Smileys und andere Abenteuer der Interpunktion sparsam bis gar nicht anwenden. Alternativ so lange am eigenen Stil arbeiten, bis man sich eindeutig und nachvollziehbar ausdrücken kann.

5. Geschäftliche Emails sofort, bzw. asap beantworten.

6. Nicht nerven.

Danke an Florian Filsinger, der die Steilvorlage geliefert hat.